Fesselung

Im Schach soll man die Bewegungsfähigkeit der gegnerischen Figuren einschränken. Eine schöne Methode ist dabei die Fesselung. Eine angreifende Figur fesselt eine gegnerische Figur, so dass sie sich nicht bewegen kann oder sollte.

Angreifer, gefesselte Figur und Ziel

Angreifende Figuren können Dame, Turm oder Läufer sein. Ein gefesselter Springer kann sich nicht bewegen.

Andere gefesselte Figuren können evtl. nur auf der Linie zwischen der angreifenden Figur und z. B. dem König ziehen. Eine diagonal gefesselte Figur verteidigt nicht die Felder, die nicht auf der Fesselungs-Diagonalen sind.

Selbst Dr. Tarrasch mahnte schon, dass es stets gefährlich sei, König und Dame auf eine Linie zu stellen.

Praxisbeispiele

Man denkt eigentlich, dass in der folgenden Stellung nicht viel los sei. Doch GM Khenkin hat mit Weiß wahrscheinlich schon vorher die taktischen Möglichkeiten entdeckt.

Khenkin, Igor – Wanie, Karsten; Rhein Main Open; 2008

Nach 24. Lxb6 Txb6 25. Tb1 kann Schwarz ziehen, was er will. Im nächsten Zug droht 26. c4 und Schwarz muss mit einer Minusfigur weiterspielen.

Eine tolle Kombination ist auch in der folgenden Stellung möglich:

Es liegt auf der Hand, dass 1. … Txg3+ 2. Txg3 den Anfang bildet, aber das nachfolgende 2.  … Tg8 setzt dem Ganzen die Krönung auf. Aufgrund der Fesselung ist die schwarze Dame unantastbar und wenn Weiß den Turm auf g8 schlägt, verliert er seine ungedeckte Dame.