10. MiP Arena: 3 Minuten ohne Gnade

Ausnahmsweise wurde diesmal mit 3+0 gespielt. Showdown of the Kings of Quick Moves. Damit befanden wir uns nahe an der Bullet-Kategorie. Mit 40 Zügen kratzt man bei 2+1 ja schon am 3 Minuten-Limit. Über Bullet mit einer Minute wollen wir allerdings gar nicht erst reden und empfehlen das Buch von Nakamura und Harper „Bullet Chess: One Minute to Mate“.

Mit 3+0 ändert sich die Statistik. Bei 3+2 endeten in der 6. Arena 19% aller Partien mit Zeitüberschreitung, jetzt waren es 39%.

Erstaunlich auch, dass diesmal die ersten sechs nur 3 Punkte auseinanderlagen. Eine Eigenschaft des Formats?

Hoher Favorit war Maulwurf54, der sich am liebsten nur 3 Minuten betätigt. Allerdings kämpfte er mit seiner Form, während karpovsputzfrau_ffm und Trumpeltier sich als ebenbürtig erwiesen. Aber woran erkennt man den wahren Champion? Er gewinnt auch, wenn er einen schlechten Tag erwischt.

Es gewann Maulwurf54 (39 Punkte) vor karpovsputzfrau_ffm (38) und Trumpeltier (38). Details siehe:
https://lichess.org/tournament/0RSFIRxi

Es wurde hier schon mehrfach davor gewarnt, sich vom FriendOfTheKingInTheMiddle verführen zu lassen. Ein schönes Abschluß-Turmopfer, im spanischen Stierkampf heißt sowas „final de la tauromaquia“.

Eine finale Abwicklung auch hier:

Sehenswert dieser Klassiker des Turmopfers:

Das Format 3+0 produziert aber auch solche Tragödien:

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Am letzten Mittwoch wurde ein kleines Chess 960 Privat-Turnier ausgetragen. Hier eine Miniatur von Zoobewohner:

Schwarz, der zum ersten mal Chess 960 spielte, litt unter Verwirrung, weil er mit einer kurzen Rochade rechnete. In Lichess zieht man den König auf den Turm und das System führt aus. Das kann dann beispielhaft so aussehen:

In diesem Zusammenhang sei darauf hingewiesen, dass sich mit Bergit die aktuelle Deutsche Meisterin im Chess 960 Schnellschach in unseren Reihen befindet. Allerdings startete sie 2019 für die Chesstigers. Siehe http://www.schach-chroniken.net/cttc/archiv/2019/dsemc960/dsemc960_fra.htm
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Am vergangenen Freitag fand der 5. Teamkampf des Bezirks statt. Es gewann wieder Frankfurt Nord. Wie traten nur mit 3 (statt 4) Spielern an und holten dennoch einen beachtlichen 3. Platz. Völlig überraschend stand am Ende Theodosios an der Spitze der Einzelwertung. Allerdings profitierte er sehr vom Losglück (Durchschnittlicher Gegner 1826). Davon konnten Guelmo (2133!) und frankbaron (1966) nur träumen. Ergebnisse siehe hier: https://lichess.org/tournament/5IeN7w3h